Motivierende Führung

Als Führungskraft stellt sich immer wieder die Frage „Wie kann ich meine Mitarbeiter noch besser motivieren?“. Denn zumindest bei dem einen oder der anderen haben wir das Gefühlt, dass da mehr Engagement möglich wäre. Aber was könnte der Schlüssel sein zu mehr Motivation? Mehr Druck, mehr Geld, mehr nette Worte, …?

Motivierende Führung und menschliche Grundmotivatoren

Motivierende Führung orientiert sich auch an den menschlichen Grundmotivatoren. Diese sind angeboren und in ihrer relativen Stärke in frühester Kindheit ausgeprägt.

Der Mensch kommt mit drei angeborenen Motivatoren (Bedürfnissen) auf die Welt. Sie sind genetisch verankert. Es sind dies die Bedürfnisse nach

  • Wachstum
  • Freiheit
  • Sozialer Bindung

Wachstum

Gerhard Roth: Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten.Das Bedürfnis nach Wachstum beginnt bereits bei der ersten Zellteilung. Damit setzt ein Wachstumsprozess ein, der mit unglaublicher Geschwindigkeit erfolgt. Die Bildungsrate von Nervenzellen im Gehirn beispielsweise beträgt während der gesamten Schwangerschaft im Durchschnitt 250.000 Neuronen mit einem Maximum von 500.000 Neuronen pro Minute (Roth, Gerhard: Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten, Klett-Cotta, S. 57). Nach der Geburt äußert sich dieser Prozess nicht mehr nur auf der Zellebene sondern auch im Verhalten. Kinder wollen über sich hinauswachsen, Jugendliche suchen neue Herausforderungen, Erwachsene wollen neue Erfahrungen machen.

Freiheit

Vielleicht ist die Geburt das erste Signal im Streben nach Freiheit. Im Kindesalter kommt der Entwicklungsschritt, alleine stehen oder gehen zu wollen. Irgendwann fährt der Jugendliche alleine in den Urlaub oder zieht als junger Erwachsener aus dem Elternhaus aus.

Soziale Bindung

Bereits vorgeburtlich wird dieser Motivator geprägt. Das Kind entwickelt sich in engster Verbindung zur Mutter. Nach der Geburt wird es von Mutter oder Vater getragen. Jeder Schrei des kleinen Kindes sorgt dafür, dass ein sozialer Kontakt hergestellt wird. Und auch wenn sich junge Menschen irgendwann von den Eltern räumlich trennen, so besteht die familiäre Beziehung mehr oder weniger stark weiter. Und in einer gesunden Entwicklung werden schon sehr früh Verbindungen zu anderen Menschen eingegangen.

Ausprägung der Grundmotivatoren

Die drei Grundmotivatoren stehen zum Teil in Konkurrenz zueinander. Soziale Bindung und Freiheit schließen sich zum Teil aus. Verlässt ein Jugendlicher das Elternhaus, so geht er ein Stück in die Freiheit (dieser Motivator überwiegt also zu diesem Zeitpunkt) und gibt damit eine enge soziale Bindung zu den Eltern auf. Auch Wachstum und soziale Bindung können sich ausschließen. Beispielsweise lassen sich neue Erfahrung häufig nicht im angestammten Freundes- oder Kollegenkreis sammeln. Und die Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium schränkt die Freiheit zu Gunsten des Wachstums ein.

Wir stark nun die drei Grundmotivatoren zueinander in Beziehung stehen, welcher Grundmotivator der mächtigste und damit antreibendste ist, ist höchst individuell, frühkindlich (vermutlich auch vorgeburtlich) geprägt und über das Leben hinweg relativ stabil.

Motivierende Führung erkennt die Ausprägung der Grundmotivatoren

Gute Führungskräfte kennen die Ausprägungen der Grundmotivatoren ihrer Mitarbeiter sehr genau. Sie erkennen, was ihre Mitarbeiter antreibt. Und sie passen die Kommunikation und die Aufgabengestaltung diesen Motivatoren an.

Motivierende Führung erkennt die Grundmotivatoren.Nehmen wir einen Mitarbeiter, dessen Grundmotivator „Soziale Bindung“ extrem stark ausgeprägt ist, während die anderen fast verkümmert scheinen. Damit dieser Mitarbeiter motiviert ist, braucht er also eine intensive soziale Bindung. Er braucht Aufgaben, die er mit Kollegen zusammen erledigen kann. Er muss das Gefühl haben, dass er von seinem Vorgesetzten wertgeschätzt wird und dass er ihm den Rücken stärkt und jederzeit zu ihm gehen kann. Dies sind in der Regel auch Mitarbeiter, die ein Team zusammenhalten. Interaktion ist ihnen wichtig.

Ein anderer Mitarbeiter ist Freiheits-motiviert. Enge Regeln und Vorschriften werden ihn demotivieren. Er möchte gerne sein Aufgabengebiet selbst gestalten, möchte über sich selbst bestimmen. Er wird eine enge Bindung im Kollegenkreis eher als freiheitsberaubend wahrnehmen. Und er zieht aus erlebter Freiheit auch ein Gefühl von Macht und Selbstbestimmung. Motivierende Führung wird dies geschickt zu nutzen wissen.

Ein dritter Mitarbeiter ist wachstums- oder leistungsorientiert. Möglicherweise arbeitet er lieber alleine. Er möchte klare und herausfordernde Ziele und will an diesen Herausforderungen wachsen. Job Enrichment ist für ihn möglicherweise ein wichtiges Thema. Hierfür kann er jedoch klare Regeln akzeptieren. Möglicherweise ist ihm dabei aber das Team nicht so wichtig.

Motivierende Führung ist individuell

Gute Führungskräfte erkennen diese Dispositionen und nutzen sie. Die durchschnittlichen Führungskräfte scheren meist alle Mitarbeiter über einen Kamm. Die besten Ergebnisse erzielt eine Führungskraft jedoch mit hoch motivierten Mitarbeitern. Und sie weiß, dass motivierende Führung nicht mit einem Modell funktioniert sondern individuell ist. Jeder Mensch ist verschieden – motivierende Führung akzeptiert und nutzt dies für den eigenen Erfolg konsequent.

Vielleicht möchten Sie jetzt gleich beginnen, die unterschiedlichen Dispositionen Ihrer Mitarbeiter zu identifizieren. Und kennen Sie eigentlich Ihrer eigene Disposition? Ich habe Menschen kennengelernt, die nach dem bewussten Erkennen ihres Hauptmotivators deutlich erfolgreicher wurden.

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